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Abschnitts-Dichte

MetricSpot misst das Verhältnis von H2/H3-Abschnitten zur Gesamtwortzahl. Lange Inhalte brauchen rund eine H2 pro 150–250 Wörter, um scanbar zu bleiben.

Was diese Prüfung macht

Zählt H2- und H3-Überschriften auf der Seite, teilt die Gesamt-Body-Wortzahl durch diese Zahl und markiert Seiten, deren Abschnitte den Sweet Spot von 150–250 Wörtern pro Abschnitt verlassen. Beide Extreme werden markiert:

  • Untersegmentiert (z. B. 1.800 Wörter unter zwei H2s) liest sich wie eine Wand aus Text.
  • Übersegmentiert (z. B. alle 50 Wörter eine H2) fragmentiert Ideen und bricht den Scan-Rhythmus.

Die Prüfung läuft nur auf langformigen Seiten (Body > ~600 Wörter). Kurze Seiten brauchen kein Inhaltsverzeichnis.

Warum es zählt

Die Eye-Tracking-Studien der Nielsen Norman Group zeigen seit zwei Jahrzehnten, dass Web-Leser:innen im F-Muster scannen: Sie lesen die erste Zeile jedes Abschnitts, überfliegen den Rest und hören auf, wenn nichts mehr ihr Auge fängt. Überschriften sind die Anker, die entscheiden, ob sie weiterlesen.

Googles Helpful-Content-Guidance stellt dieselbe Frage von der anderen Seite: Findet eine Leser:in, wofür sie gekommen ist, ohne jeden Absatz zu lesen? Strukturierte Langform rankt besser als unstrukturierte, weil:

  • Featured Snippets aus Abschnitten mit klaren Überschriften gezogen werden.
  • AI Overviews und Antwortmaschinen Passagen unter einer beschreibenden H2 zitieren.
  • Verweildauer sich verbessert, wenn Leser:innen die Antwort schnell finden und bleiben, um mehr zu lesen.

Übersegmentierung schadet umgekehrt: Wenn jeder Absatz seine eigene Überschrift hat, bedeutet keine Überschrift mehr etwas. Das Inhaltsverzeichnis wird Rauschen und die Seite liest sich wie Gliederungs-Notizen, die jemand vergessen hat fertigzustellen.

So behebst du es

1. Identifiziere Absätze, die eine eigene H2 verdienen.

Geh die Seite von oben nach unten durch und frag dich bei jedem Absatz: “Wenn eine Leser:in vom Inhaltsverzeichnis hierher springt, steht das allein?” Wenn ja, will der Absatz eine Überschrift. Wenn nein, gehört er unter die darüberliegende.

Ein praktischer Test: Schreib eine Ein-Zeilen-Zusammenfassung jedes Absatzes. Gruppiere aufeinanderfolgende Absätze, deren Zusammenfassungen dieselbe Frage beantworten. Jede Gruppe wird ein Abschnitt.

2. Wandle lange Absätze in bulleted Sub-Sections um.

Wand-aus-Text-Absätze verstecken oft drei oder vier Punkte, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Zerleg sie:

  • Leitsatz → H2 oder H3.
  • Jeder Stützpunkt → eigene Bullet oder kurzer Absatz.
  • Einschränkungen und Edge Cases → finaler kurzer Absatz unter dem Abschnitt.

Das ist dasselbe Muster, das die Absatzlänge-Prüfung auf Absatzebene durchsetzt. Abschnitts-Dichte ist dieselbe Idee eine Zoom-Stufe weiter draußen.

3. Nutze H3s für Unterpunkte in langen Abschnitten.

Wenn ein H2-Abschnitt über ~300 Wörter läuft, such nach natürlichen Unterteilungen. Jede wird eine H3. Halte die Überschriften-Hierarchie sauber — H1 → H2 → H3, kein Überspringen zu H4.

4. Über-segmentiere nicht, um die Metrik zu spielen.

Alle 80 Wörter eine H2 hilft niemandem. Überschriften existieren, um echte Themenwechsel zu markieren. Wenn zwei benachbarte Abschnitte dieselbe Frage beantworten, führ sie zusammen — auch wenn ein Abschnitt dadurch über 300 Wörter geht. Echte Struktur schlägt künstliche.

5. Paarung mit Inhaltstiefe, nicht gegen sie.

Der Fix für dünne Abschnitte sind nicht immer mehr Überschriften. Manchmal ist der Inhalt selbst zu dünn. Siehe Inhaltstiefe — wenn ein Abschnitt sich wie Füller liest, vertiefe erst den Inhalt, dann prüf die Dichte erneut.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die richtige Wörter-pro-Abschnitt-Zahl für meine Nische?

Etwa 150–250 Wörter pro H2 für allgemeine Langform. Technische Referenz-Docs und Schritt-für-Schritt-Tutorials dürfen kürzer (80–150) — jeder Schritt ist eine eigene atomare Einheit. Narrative Essays, Meinungsstücke und Case Studies dürfen länger (250–400), weil das Argument Raum zum Entfalten braucht. Die Metrik ist Leitplanke, keine Regel.

Mein Listicle hat 20 kurze Items, jedes eine H2. Ist das falsch?

Nein. Listicles sind ein anerkanntes Format, in dem jedes Item per Design eine eigene Überschrift verdient. Die Prüfung nimmt Seiten aus, deren Heading-Muster klar enumerativ ist (z. B. “10 Wege, …”, nummerierte H2s). Wenn du auf einem echten Listicle markiert wirst, fehlen meist Einleitung und Abschluss ihre eigenen H2s.

Schaut Google tatsächlich direkt auf Abschnitts-Dichte?

Nicht als numerischer Ranking-Faktor, den jemand außerhalb von Google bestätigt hat. Was Google verlässlich nutzt: Heading-Text für Relevanz, Headings zum Extrahieren von Featured Snippets und die Gesamtseiten-Struktur als Signal redaktioneller Sorgfalt. Seiten mit sinnvoller Dichte gewinnen diese Extraktions-Schlachten tendenziell. Die Metrik ist ein Proxy für Scanbarkeit — und die ist das, was wirklich zählt.

Quellen

Zuletzt aktualisiert 2026-05-11